Christine Bönniger im Interview

Für Christine Bönniger war das Jahr 2013 sehr erfolgreich. Sie holte sich die Titel PKRA Slalom World Champion, Deutsche Meisterin und wurde Dritte bei den Europameisterschaften im Racing. Gestoppt wurde sie zum Ende der Saison nur von einer Verletzung. Wie sie die neue Saison plant und welchen neue Sponsoren Christine nun hat, lest ihr hier.

Du hattest ja 2013 ein recht erfolgreiches Jahr hinter dir. Wie fühlt man sich als PKRA Slalom World Champion, Dritte bei den Europameisterschaften und erneute Deutsche Meisterin?

 

Gut, sehr gut. Ich hatte wirklich sein sehr schönes Jahr, welches mir mit vielen schönen Momenten in Erinnerung bleiben wird. Ich durfte viel Reisen und habe ganz tolle beeindruckende Menschen getroffen. Mein Jahr 2013 hätte fast nicht besser laufen können.

 

Wie kam es, dass du dich international mehr auf Slalom konzentriert hast als auf Racing?

 

Ja, deswegen habe ich im vorangegangenen Satz „fast“ geschrieben. Für mich stand fest, dass ich bei beiden Disziplinen teilnehmen wollte. Nach den Europameisterschaften war allerdings für mich bei internationalen Course Racing Events plötzlich Schluss. Im Hintergrund sind für mich unfassbare Dinge geschehen, die ich in unserem Sport nicht für möglich gehalten habe. Es kam mitten in der Saison zu einer nicht rechtmäßigen Regelveränderung/-auslegung (egal wie man es nennt, es war eine große Scheiße!), was bewirkte, dass ich als Sportlerin die Leidtragende war und mit meinem Material nicht mehr an Course Racing-Events teilnehmen durfte. Somit bin ich zum Slalom, der nicht von diesen Regeländerungen betroffen war, gewechselt. Sehr schade, aber Slalom hat wahnsinnig Spaß gemacht. 

Welche Rennformat findest du spannender? Slalom oder Racing?

 

Schwierig, wahrscheinlich ist Slalom Overall spannender. Für Zuschauer ist es viel besser zu verstehen als Course Racing und in St. Peter-Ording wurde am Strand richtig mitgefiebert. Es ist eindeutig wer vorne fährt. Beim Course Racing stehen die Zuschauer meist planlos am Strand. Als Sportler hat beides seine Anreize und die beiden Disziplinen sind sehr unterschiedlich in Bezug auf Taktik.

 
 

Leider sind in den Raceformaten noch nicht viele Frauen. Was kannst du den deutschen Kite-Mädels raten, wieso sie doch mal im Racing z.B. bei der Kitesurf-Trophy starten sollten?

 

Mädels an die Macht! Ich habe wirklich keine Ahnung wieso es so wenige probieren. Wahrscheinlich hängt es generell damit zusammen, dass Frauen sich nicht so auf Wettkämpfe trauen. Aber es macht wirklich Spaß. Bei der Kitesurf-Trophy an den Start zu gehen, ob bei Freestyle oder Racing, ist eher mit viel Spaß verbunden als bitterem Ernst. Das Schöne beim Racen: Man hat immer etwas zu tun, hat die längste Wasserzeit auf einem Event und man wird sofort in der Truppe aufgenommen. Und man hat immer etwas zu erzählen, es passieren immer witzige Sachen während eines Race. Also einfach mal ausprobieren! 

 

Zum Ende des Jahres hast du dich nach einer tollen Saison am Knie verletzt. Was ist passiert und wirst du für 2014 wieder fit sein?

 

Anfang November hatte ich mir eine Tibiakopffraktur zugezogen. Ich musste vom Raceboard abspringen und habe unglücklicherweise mit gestreckten Bein eine versteckte Sandbank getroffen. Das nenn ich mal Pech, vor allem da ich drei Tage zuvor meinen Flug zum Saisonfinale der PKRA-Tour nach Argentinien gebucht hatte. Aber ich habe es mit Humor genommen, mir blieb nix anderes übrig. Seit einiger Zeit bin ich allerdings auch schon wieder halbwegs fit und war auch schon wieder vorsichtig kiten. Mit Physiotherapie und Krafttraining bin ich dann pünktlich zum Saisonbeginn wieder voll dabei.

 

Neben den sportlichen Erfolgen im letzten Jahr hast du auch dein Studium mit dem Master in Biologie beendet. Willst du nun erst einmal nur Kiten gehen und an Wettkämpfen teilnehmen oder was ist dein beruflicher Plan?

 

Das Masterstudium hatte ich bereits im Juli abgeschlossen und hatte das letzte halbe Jahr schon quasi meine „Kite-Auszeit“. Leider! Ich hätte gut und gerne noch ein weiteres Jahr drangehängt, aber ich will auch beruflich weiterkommen. Ich habe daher nun mit meiner Doktorarbeit begonnen, werde aber selbstverständlich weiterhin an Wettkämpfen teilnehmen.

 

Du warst jahrelang erfolgreich bei Flysurfer unter Vertrag und nun wechselst du zu Ozone. Somit sind nun mit Florian Gruber und dir beide deutschen Top-Racer im Ozone-Team. Wie kam es dazu und was versprichst du dir von dem Wechsel?

Ich freu mich sehr im Ozone-Team zu sein und fühl mich auch schon bereits angekommen in der Truppe. Ich wurde von meinen Teamkollegen sehr herzlich begrüßt. Dass Flo und ich nun mal in einem Team sind, ist wirklich witzig. Ich hatte mit Flysurfer eine tolle Zeit und bin über jeden gemeinsamen Moment sehr dankbar. Ozone hat ein schönes Portfolio an Kites, einen hohen Anspruch an Qualität und eine gute Firmenphilosophie. Nach den ersten Testflügen habe ich mich sowohl in den Catalyst als auch in den Edge verliebt.

 

 

Ozone hat ja keine Boards. Auf welchen Boards wirst du nun unterwegs sein?

 

Ich bin ab sofort mit Axis Boards unterwegs. Mein erstes Board war ein Underground-Board. Und da der damalige Shaper nun bei Axis ist, lag der Wechsel zu Axis für mich auf der Hand. Ich bin happy, dass Axis das genauso sah und ich nun mit Freestyle- und Waveboards von Axis ausgestattet werde. Beim Racen fahre ich wie im vergangenen Jahr ein Mikes Lab Formula Raceboard.


Was sind deine Ziele für die Saison 2014?

 

Meinen Deutschen Meistertitel zu verteidigen und ganz viel Spaß zu haben. Ansonsten möchte ich unbedingt noch einmal den PKRA World Cup in St. Peter-Ording gewinnen. Das war vergangenes Jahr definitiv mein Highlight. Mal sehen ob mir das Kunststück noch einmal gelingt.