„Ich glaube an mich selbst!“ der Weltrekordversuch

Anke Brandt ist bereit, der Countdown läuft. Am Samstag, 01. März, will die gebürtige Münchenerin etwas schaffen, was zuvor noch keiner Kitesurferin gelungen ist: den Inselstaat Bahrain nonstop umrunden und damit einen neuen Langstreckenweltrekord für Kitesurferinnen aufstellen.

„Am Freitag passen die Gezeiten, um die Riffe bei Flut überqueren zu können. Jetzt muss der Wind noch mitspielen“, verrät Anke Brandt. Bei guten Bedingungen wird sie rund zehn Stunden für die 250 Kilometer lange Distanz benötigen. Damit wäre die alte Bestmarke von 213 Kilometern geknackt und ein Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde fällig.

 

Die durchtrainierte 30-Jährige wuchs in Berlin auf und lebt seit vier Jahren auf Bahrain. An den traumhaften Stränden des arabischen Königreichs erlernte sie das Kitesurfen – es war Liebe auf den ersten Blick. „Die Freiheit, das Einssein mit der Natur hat mich fasziniert. Doch ich wollte auch meine Grenzen erweitern“, so die Extremsportlerin. Zur Leidenschaft kam der Wettkampfgedanke hinzu. Anke Brandt startete mit Erfolg bei internationalen Regatten, das Long-Distance-Racing wurde ihre Spezialität.

 

Auf den Rekordversuch hat sie sich in vielen Trainingssessions vorbereitet. „Bei meiner längsten Trainingseinheit habe ich 85 Kilometer in vier Stunden zurückgelegt, bin aber nicht auf Geschwindigkeit gefahren. Danach und am folgenden Tag habe ich mich super gefühlt. Das gibt mir viel Selbstvertrauen, zumal auch das Material top war“, erzählt die Kitesurferin, die bei Amwaj im Nordosten von Bahrain starten und das Königreich gegen den Uhrzeigersinn umrunden will. 

 

Erste Bewährungsprobe wird der Saudi Causeway, die Brücken-Damm-Verbindung zu Saudi Arabien, im Westen von Bahrain sein. Anke Brandt: „Der Saudi Causeway ist gerade hoch genug, um darunter hindurch zu kiten. Aber es gibt starke Strömungen und Windturbulenzen, die schwer einzuschätzen sind.“ Auf der gegenüberliegenden Ostseite trifft die 30-Jährige auf eine natürliche Barriere. „Hier liegt ein riesiges Korallenriff, das ich nur auf einem schmalen Kanal überqueren kann, sonst bleibe ich mit meinen rund 40 Zentimeter langen Finnen hängen. Gleichzeitig muss ich auf die Schiffe achten, die den Kanal ebenfalls benutzten.“

 

Doch genau solche Herausforderungen liebt die Kitesurferin, die sich bis zum 01. März ausruhen und auftanken will. „Ich werde meinen Körper reichlich mit Kohlenhydraten versorgen und  bei natürlichen Geräuschen wie dem Wellenrauschen oder dem Wind in den Palmenblättern entspannen“, lautet ihre Devise. Ihre Rekordjagd will sie um sechs Uhr morgens begleitet von zwei Booten starten. Über das GPS-Tracking-System Kitetracker.com kann der Weltrekordversuch in Echtzeit mitverfolgt und die Geschwindigkeit sowie die zurückgelegte Distanz gemessen werden. 

 

„Meine Eltern werden mir in Berlin live am Computer die Daumen drücken, so wie die gesamte Kitesurf-Community vor Ort“, freut sich Anke über viel Unterstützung. Einen Glücksbringer hat und braucht sie nicht, ihr Motto ist klar und eindeutig: „Ich glaube an mich selbst.“