Knallige Shorts sind hilfreich

Florian Gruber, Kitesurfer des Jahres 2011, im exklusiven Interview über seine Ziele 2012, Olympia 2016 und den Rückhalt seiner Familie. Der aus Garmisch-Patenkirchen stammende Kiter ist bereits für den ersten Stop der Kitesurf-Trophy 2012 angemeldet und wird so in Damp in die neue Saison starten können.

KST:  Wie wir sehen können, gibt es neue Actionshots (by Manu Schwingel) von dir aus Soma Bay. Wie bereitest du dich auf ein Fotoshooting vor und was sind die Schwierigkeiten dabei? Besonderes Styling-Prozedere?

 

Florian: Puh! Eigenltlich gibt es da keine große Vorbereitung! Denn bei einem Kiter ist es nicht ganz so wie bei einem Model. Da dürfen die Haare auch vom Salzwasser getränkt und die Haut voller Salz und Sand sein. Einfach freaky! Klar ganz ohne ist es auch nicht, man sollte schon knallige Shorts tragen um aus dem Bild raus zu stechen. Wenn man mit Spaß und der gewissen Professionalität an die Sache ran gehen kommen auch super Bilder dabei raus! Besonders mit Manu hab ich immer sehr viel Spaß beim Shooting!! Mit ihm zu arbeiten fällt mir sehr leicht, weil wir beide einfach wissen was ein Kite-Foto ausmachen soll. Ich bringe mich in Stellung und er setzt es dann mit seiner Kamera um.

 

KST: Die neue Saison steht nun vor der Tür. Wie konntest du dich den Winter über fit halten? Hattest du neben der Schule Zeit zum Verreisen?

 

Florian: Ich hatte eine sehr lange Kite-Pause! Fit hab ich mich durch intensives Krafttraining und Ausdauersport wie Joggen und Eishockey gehalten. Um die anstrengenden Wettkampftage zu überstehen. Zum Verreisen hatte ich leider wenig Zeit und hab in den Ferien als Skilehrer gearbeitet. 

 

KST: Welches Reiseziel hast du dir für den kommenden Winter vorgenommen? Und legst du deinen Fokus bei der Spotauswahl eher auf das Racing oder Freestyle?

 

Florian: Die ganze Welt! Nein eigentlich weiss ich es noch nicht genau, ich muss jetzt erstmal die Schule gut über die Bühne bekommen und schaue dann weiter. Aber natürlich will ich viele gute Kitespots entdecken. Meinen Fokus lege ich eher auf Racing, aber Freestyle will ich natürlich weiter machen und werde nach der Schule mehr Zeit haben  intensiv Sprünge zu trainieren. Race ist für mich an den heimischen Seen einfach besser zu trainieren. 

KST: Mit welchem Material bist du diese Saison unterwegs? 

 

Florian: Tja von klein auf fahre ich jetzt das Material von North und das setzt sich auch dieses Jahr wieder fort! Von dieser Fima könnte ich mich nicht einfach so trennen, seit 9 Jahren fahre ich North und konnte mich immer auf hochwertiges Material verlassen. Das ist besonders im Race wichtig! Ich schätze es auch wenn ich mal mit dem Chef von North (Till Eberle) am Walchensee bei traumhaften wetter kiten gehen kann.

 

KST: Welche Ziele hast du für die Saison 2012? Worauf freust du dich am meisten?

 

Florian: Klar würde ich meine Deutscher Meister Serie bei der Kitesurf Trophy als Junior bei den Herren fortsetzten wollen, aber es wird eng dass ich in Flensburg an den Start gehen werde und die Konkurrenz ist dieses Jahr so stark wie noch nie.
Am meisten freue ich mich auf den Worldcup in St. Peter-Ording und den MINI Kitesurf Worldcup Sylt, dass sind zwei riesen Events auf heimischen Boden und natürlich macht es Spaß vor deutschem Publikum zu fahren.

KST: Was machst du, wenn Kiten Olympisch wird?

 

Florian: Dann heißt es Vollgas geben!! In den Deutschen Kader zu kommen wäre eine schwere Aufgabe, denn die Konkurrenz ist stark. Aber erstmal abwarten wie es mit der Bewerbung ausgeht. Ich bin mir sicher das Kiten irgendwann einmal olympisch wird, aber ich bin mir nicht sicher ob es beim ersten Anlauf klappt. Ich hoffe es natürlich und würde 2016 gerne für Deutschland an den Start gehen.

 

KST: Du reist immer mit deinem ganzen Familienclan zur Kitesurf-Trophy.  Ist es ein Vorteil, dass dein Vater Erwin selbst bei den Contests startet oder eher nicht?

 

Florian: Die Familie ist der beste Rückhalt! Besonders wenn man einen schlechten Tag hat. Aber auch wenn es gut läuft bringt mich mein Vater immer von jedem Höhenflug runter. Und meine kleine Schwester ist sehr wichtig! Sie ist mein bester Glücksbringer und muntert mich immer auf. Es ist sicher ein Vorteil da mein Vater durch seine Teilnahme die Bedingungen im Kontest gut einschätzen kann und dadurch kann er mir super Tipps Materialwahl geben.